Nüsse fürs Nürnberger Land

Mit diesem Projekt fördern wir – zunächst in und um Happurg – Anbau, Pflege, Ernte und Verarbeitung von Walnüssen, Haselnüssen, Edelkastanien und Eicheln für die lokale Selbstversorgung. Mit Modellpflanzungen, einer Nussknackanlage und Fachveranstaltungen demonstrieren wir, wie Nahrungsanbau mit Bäumen das Klima schützt, Boden aufbaut und den Wasserhaushalt stabilisiert. Durch vielfältige Mitmachaktionen werden für viele Menschen Aspekte nachhaltiger Lebensweisen direkt erfahrbar.

Projektumfang

Das Projekt hat einen Umfang von 23.650 Euro und ist zunächst auf ein Jahr angelegt. Projektbeginn ist der 01.02.2020. Eine Fortführung ist geplant. Bei der Postcodelotterie konnten wir eine Förderung von 19.950 Euro einwerben, desweiteren private Spenden. Für die fehlende Summe von 2.000 Euro suchen wir derzeit lokale Unternehmen, die das Projekt unterstützen möchten (Stand 21.01.2020). 

Außerdem suchen wir Privatpersonen, Landwirte, Unternehmen und Gemeinden und gemeinnützige Organisationen, die mit uns auf ihrer Fläche Pflanzungen realisieren möchten.

Ansprechpartnerin für das Nüsseprojekt ist Judit Bartel: email hidden; JavaScript is required

Pflanzen

Auf Beispielflächen in und um Happurg entwickeln wir geeignete Anbausysteme für Nussgehölze. Wir nutzen dafür vorhandene Flächen und typische Landschaftselemente und werten sie durch die Integration von Nüssen in ihrem Ernährungspotential für Menschen auf (Wegränder, Hecken, Solitärbäume, essbare Waldränder, Hutanger). Sie dienen als Modell für einen Roll-Out im gesamten Landkreis in der nächsten Projektphase. Wir bauen Edelkastanien versuchsweise an als eine Baumkultur die Getreide ersetzen und ergänzen kann.

Verarbeiten

Der Aufbau einer gemeinschaftlich genutzten Infrastruktur zum maschinellen Knacken von Nüssen macht das Sammeln und Verarbeiten dieser wieder attraktiv. Er gibt bestehenden Bäumen einen Wert und verhindert ihre Fällung.

Inspirieren

Wir veranstalten drei öffentliche Fachvorträge und mindestens drei Beratungen mit Expert*innen für Baumkulturen sowie eine Exkursion und ermöglichen so einen Wissenstransfer in die Region. Wir erkunden, wie Ernährungspraktiken aussehen können, die einen Teil des Kalorienbedarfs über Baumfrüchte statt einjährige Kulturen decken und schaffen ein Bewusstsein, welche ökologischen Vorzüge damit verbunden sind. Denn eine Landwirtschaft mit Bäumen schützt den Boden, der nicht jedes Jahr neu umgebrochen wird. Sie stabilisiert den Wasserhaushalt und benötigt weniger Energie, da weniger Bodenbearbeitung stattfindet. Zusätzlich binden Gehölze Kohlendioxid, schützen damit aktiv das Klima und sind Lebensraum für Wildtiere.

Forschen

Über 35 Hutanger, baumbestandene Viehweiden, prägen das Landschaftsbild der Hersbrucker Alb. Viele von ihnen mit großen Eichen bestanden. Die Eicheln dienten in vielen indigenen Kulturen auch der menschlichen Ernährung. In einem Zukunftslabor experimentieren wir mit verschiedenen Entbitterungs- und Trocknungsverfahren, bereiten leckere und gesunde Speisen aus Eichelmehl zu und verkosten diese.

Mitgestalten

Am Beispiel der Nüsse stärken wir das Bewusstsein der Einwohner*innen für regionale Versorgungskreisläufe und wie durch effizienten Nahrungsanbau in Siedlungsräumen Flächenverbrauch anderswo auf der Welt reduziert werden kann. Ein Permakultur Gestaltungskurs sowie eine Zukunftswerkstatt vertiefen dieses Wissen und ermächtigen die Teilnehmenden, Mit-Verantwortung für zukunftsfähige Ernährungsweisen zu übernehmen, unsere Kulturlandschaft aktiv mitzugestalten und durch das Pflanzen geeigneter Bäume zukünftige Generationen in ihren Lebensmöglichkeiten zu bereichern.