Unserem Walnusshain den Boden bereiten

Vom Löcher graben und der Vielfalt unterhalb der Grasnarbe - von Iruna Müller

An einem herbstlich goldenen Samstag im Oktober durften wir unserem Walnusshain den Boden bereiten. Mit großen und kleinen Menschen trafen wir uns dafür am Hutanger zwischen Happurg und Hersbruck. Diesen Platz behüten ehrwürdige Eichen, die schöne große Früchte auf den Boden regnen lassen, wenn der Wind durch sie fährt. (Wie man die Eicheln zu köstlichem Eichelmehl verarbeiten kann, erkunden wir in unserem Eichel-Laboratorium). Auf der Wiese daneben werden zukünftig zwölf junge Walnussbäume gedeihen.

Judit vom Nüsseprojekt hat in den letzten Monaten die Gestaltung erdacht und robuste Walnusssorten, die die leckersten Nüsse tragen, ausgewählt. Dafür war der Vortrag „Die Wiederentdeckung der Walnuss“ und der anschließende Beratungstag mit Vivian Böllersen eine wichtige Inspiration. Ähnlich der Eichen am Hutanger sollen die Walnussbäume in einem lockeren Hain wachsen, sodass sie ihre Kronen frei entfalten können, zwischen ihnen Luft und Licht bleibt und die Fläche weiter von Schafen und Ziegen beweidet werden kann. Mit den Nüssen, die dort in Zukunft heranreifen werden, möchten wir von Grünspecht einen Beitrag leisten, damit wir und zukünftige Generationen uns auch beim Thema Nüsse aus der Region ernähren können.

Beflügelt von der Aussicht, mit unseren Taten von heute den Ort für Jahrzehnte zu bereichern, machten wir uns ans Graben von sehr großzügig bemessenen Pflanzlöchern für unsere Bäumchen. Die Kinder, die dabei waren, halfen voller Elan beim Ausschütteln der Grassoden und beim Ausschaufeln der Erde. Zum Vorschein kam eine erstaunliche Diversität von Bodenprofilen. Verschiedene Erden vom festen, feucht-schweren Ton, bis zu trockener sandiger Erde wurden buddelnd und schaufelnd ans Tageslicht befördert. Welche Eigenschaften und Nährstoffe sie bergen, wird eine Laboranalyse zeigen. Mit lockerem humosem Boden angereichert und gut gelockert beförderten wir die Erde und viele Regenwürmer schließlich wieder zurück in die Tiefe. Im lockeren Boden voller wertvoller Nährstoffe werden die Nussbäume schnell Halt und Nahrung finden und kraftvoll ihr Wachstum beginnen können.

Jedes Pflanzloch wurde am Ende wieder markiert und wartet nun auf das Einpflanzen der Bäumchen am 29.11. Auch für diese zweite Pflanzaktion, bei der wir auch den Weideschutz für die Bäumchen bauen werden, freuen wir uns über viele tatkräftige Mithelfende!